Zwei Weltrekorde, Schweizer Glanzleistungen und grosse Emotionen: Weltklasse Zürich 2026 sorgte im Stadion Letzigrund für einen Leichtathletik-Abend, der in Erinnerung bleibt.
25’000 Zuschauer*innen, ein ausverkauftes Stadion und die Weltelite der Leichtathletik zu Gast in Zürich: Am 27. August 2026 entwickelte sich Weltklasse Zürich von Höhepunkt zu Höhepunkt zu einem jener Abende, an denen der Letzigrund regelrecht zu vibrieren beginnt. Das Publikum feuerte die Athletinnen über die Ziellinie, Schweizer Fahnen füllten die Ränge und immer wieder richteten sich die Blicke gespannt auf die Anzeigetafel. Am Ende standen zwei Weltrekorde, fünf Meetingrekorde und ein Schweizer Rekord – und zahlreiche Momente, die noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Zwei Weltrekorde und Schweizer Gänsehautmomente
Den ersten historischen Moment lieferte Alison dos Santos. Über 400 m Hürden setzte sich der Brasilianer früh von der Konkurrenz ab und stürmte nach 45,80 Sekunden über die Ziellinie. Als die Zeit auf der Anzeigetafel erschien, kannte der Jubel im Letzigrund kaum Grenzen: Weltrekord. Dos Santos verbesserte die bisherige Bestmarke von Karsten Warholm um 14 Hundertstelsekunden – und sorgte für den ersten Weltrekord-Jubel im Stadion seit 2009. Mitten in diesem historischen Rennen setzte auch Dany Brand ein Schweizer Ausrufezeichen und lief in 48,92 Sekunden persönliche Bestzeit.
Keine 40 Minuten später erlebten die 25’000 Zuschauer*innen bereits den nächsten historischen Moment. Masai Russell sprintete über 100 m Hürden in 12,09 Sekunden zum Weltrekord. Die US-Amerikanerin sprach danach selbst von der besonderen Stimmung im Stadion und davon, sich keinen besseren Ort für ihren Weltrekord vorstellen zu können. Zwei Weltrekorde innerhalb kürzester Zeit – der Letzigrund war endgültig im Ausnahmezustand.
Und dann kam Audrey Werro. Über 800 m wurde die Freiburgerin auf der Schlussrunde vom Schweizer Publikum nach vorne getragen. Im Fahnenmeer des Letzigrunds zog sie an der Konkurrenz vorbei und lief nach 1:53,70 Minuten zum Sieg. Schweizer Rekord, Meetingrekord, Diamond-League-Rekord, U23-Europarekord und Jahresweltbestleistung – und einer der emotionalsten Heimmomente des Abends. Nur 42 Hundertstelsekunden fehlten Werro zum ältesten noch bestehenden Leichtathletik-Weltrekord.
Auch daneben gab es zahlreiche Gründe für Schweizer Jubel: Marcel Hug triumphierte über 1500 m im Rollstuhl, Jason Joseph gewann die 110 m Hürden und genoss anschliessend eine lange Ehrenrunde vor dem lautstarken Heimpublikum, während Fabienne Hoenke bereits im Vorprogramm über 200 m für den ersten Schweizer Sieg des Abends gesorgt hatte. Ditaji Kambundji, Annik Kälin und Simon Ehammer komplettierten einen starken Schweizer Auftritt auf der Weltklasse-Bühne.
Spannung vor dem Start: 100 m der Frauen bei Weltklasse Zürich 2026. (Foto: Natalie Skorupa, Stadion Letzigrund)
Der Rekordabend auf einen Blick
Alison dos Santos 🇧🇷 · 400 m Hürden · 45,80 s – WELTREKORD & MEETINGREKORD
Masai Russell 🇺🇸 · 100 m Hürden · 12,09 s – WELTREKORD & MEETINGREKORD
Audrey Werro 🇨🇭 · 800 m · 1:53,70 min – SCHWEIZER REKORD & MEETINGREKORD
Anna Cockrell 🇺🇸 · 400 m Hürden · 52,13 s – MEETINGREKORD
Parker Wolfe 🇺🇸 · 3000 m · 7:27,43 min – MEETINGREKORD
Armand Duplantis 🇸🇪 · Stabhochsprung · 6,25 m – MEETINGREKORD
Besonders Duplantis sorgte dabei noch einmal für Hochspannung: Der Schwede übersprang 6,25 Meter – höher war mit dem Stab zuvor noch nie jemand auf Schweizer Boden gesprungen – und liess anschliessend sogar die Weltrekordhöhe von 6,32 Metern auflegen.
Von der Weltelite zu den Stars von morgen
Mit dem letzten Zieleinlauf endete ein aussergewöhnlicher Weltklasse-Abend – nicht aber das sportliche Wochenende im Letzigrund. Nur zwei Tage später wechselte die Perspektive von den Weltstars zu den Stars von morgen: Beim Schweizer Final des UBS Kids Cup gehörte die grosse Bühne rund 575 Nachwuchstalenten aus der ganzen Schweiz. Im 60-m-Sprint, Weitsprung und Ballwurf durften sie dort antreten, wo kurz zuvor noch Weltrekorde gefeiert worden waren.
Am Sonntag zeigte sich das Stadion schliesslich von einer ganz anderen Seite. Beim Pink Ribbon Charity Walk standen weder Sekunden noch Zentimeter im Mittelpunkt, sondern Gemeinschaft und Solidarität im Engagement gegen Brustkrebs.
So zeigte der Letzigrund innerhalb weniger Tage die ganze Bandbreite dessen, was Sport ausmachen kann: Weltrekorde und Heimsiege, Nachwuchsträume und gemeinsames Engagement.
Das war WELTKLASSE. Und ein Wochenende voller besonderer Momente im Stadion Letzigrund.
